
Sport kennt keine Herkunft
Heute ist Tag der Deutschen Einheit. Irgendwo wird eine Rede gehalten. Darin kommen Wörter vor wie „Zusammenhalt" und „Vielfalt".
Im Trainingsraum nebenan braucht es diese Wörter gar nicht. Da steht eine 19-Jährige neben einem 58-Jährigen an der Hantel. Eine Frau mit Kopftuch dehnt sich neben einem tätowierten Handwerker. Niemand fragt, wo der andere herkommt. Wichtig ist nur: War die letzte Übung sauber?
Eine kurze Geschichte dazu
Vor der deutschen Einheit gab es zwei deutsche Staaten: die Bundesrepublik und die DDR. Bei den Olympischen Spielen 1956, 1960 und 1964 traten sie trotzdem gemeinsam an, als eine Mannschaft.
Das Problem: Eine gemeinsame Hymne gab es nicht. Die Lösung war einfach. Gewann ein deutscher Sportler Gold, lief Beethovens „Ode an die Freude". Keine Fahne, kein Staat, nur ein Stück Musik, auf das sich beide einigen konnten.
Der Sport war damit schneller als die Politik. Es gab schon eine Art Einheit, lange bevor die echte Einheit kam.
Was im Training jeden Tag passiert
Schau dir irgendein Training an einem x-beliebigen Abend an. Dort passiert im Kleinen etwas, wofür andere extra Workshops brauchen:
Der Körper fragt nicht nach Herkunft. Ein Knie interessiert sich nicht dafür, wo du geboren bist. Es interessiert sich nur dafür, ob du es richtig belastest.
Gemeinsames Schwitzen verbindet schneller als Reden. Nach einer Stunde Training nebeneinander fällt es leichter, ins Gespräch zu kommen, als nach jedem Small Talk.
Leistung macht alle gleich. Niemand im Training fragt nach deinem Lebenslauf. Alle sehen nur: Bist du heute dabeigeblieben oder nicht?
Aber ganz so einfach ist es nicht
Jetzt der ehrliche Teil. Sport verbindet nicht automatisch alle, nur weil er stattfindet.
Wer sich keine Mitgliedschaft leisten kann, trainiert nicht mit. Wer im Rollstuhl sitzt, findet nicht überall ein Studio ohne Treppen. Wer kein Deutsch spricht, versteht die Übung nicht, wenn niemand sie anders erklärt.
Der Satz „Sport verbindet einfach alle" klingt schön. Er ist aber auch eine bequeme Ausrede. Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Er entsteht, weil jemand eine Trainingszeit anbietet, die auch nach der Spätschicht noch passt. Weil ein Studio eine Rampe hat statt nur Treppen. Weil eine Trainerin eine Übung notfalls auch vormacht, wenn die Worte fehlen.
Was das für uns heißt
Bei uns in Pforzheim trainieren Menschen von 16 bis 80. Manche sind Leistungssportler. Andere wollen nach Jahren zum ersten Mal wieder schmerzfrei eine Treppe hochgehen. Der Trainingsplan ist jedes Mal anders. Der Anspruch dahinter nicht: Es geht darum, was ein Körper gerade kann und will. Nicht darum, wo jemand herkommt.
Der 3. Oktober ist ein guter Tag, um sich das klarzumachen: Zusammenhalt entsteht nicht durch Reden. Er entsteht durch gemeinsames Anstrengen.
Egal wo du herkommst: Du willst wieder in Bewegung kommen? Bei BodyWorX in Pforzheim zählt dein Ziel, nicht dein Lebenslauf. Mehr dazu findest du auf unserer Seite Personal Training Pforzheim. Termine gibt's telefonisch unter 07231 / 78 65 655 oder über unsere Kontaktseite.

